Warnstreiks in Bielefeld laufen Jetzt erst recht!

Die Arbeitgeber mauern in der Metall- und Elektrotarifrunde. Die Beschäftigten nicht nur in Bielefeld antworten mit eindrucksvollen Warnstreiks.

Warnstreik Miele 03112026

3. November 2026 3. November 2026


Die Warnstreikwelle der Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie läuft. In Bielefeld fand in der Nacht vom Sonntag auf den Montag der erste Warnstreik in der laufenden Tarifauseinandersetzung in ganz Nordrhein-Westfalen statt. Bei Gestamp in Brackwede stand der Betrieb still, stattdessen machten die Kolleginnen und Kollegenkurz vor Mitternacht ihrem Ärger Luft über das mickrige Angebot der Arbeitgeber, das bei genauerem Hinsehen eher einer Forderung gleicht. Am Dienstag, 3. November, ging es weiter mit den Warnstreiks in Bielefeld. Beschäftigte von Miele, Hiro Lift, Benteler, Eisengießerei Baumgarte, Euscher, Boge, Dürkopp Adler und DFT versammelten sich auf dem Boulevard in der Innenstadt, 600 kamen zusammen. In den Betrieben standen zu der Zeit die Maschinen und Bänder still, Warnstreik.

Die Stimmung war oder gerade wegen des grottigen Angebots gut, die Kolleginnen und Kollegen kampfeslustig. Die Arbeitgeber bieten eine Einmalzahlung erst im Jahr 2027, eine tabellenwirksame Entgelterhöhung von lediglich 1,3 Prozent ab Juli 2028 sowie eine Laufzeit bis Ende 2028 an. Gleichzeitig fordern sie weitere Möglichkeiten zur Kostensenkung auf dem Rücken der Beschäftigten in den Betrieben. „Wer ständig über Transformation spricht, muss auch sagen, welche Perspektiven er den Menschen in den Betrieben bietet. Zukunft entsteht nicht durch Diskussionen über Kostensenkungen, sondern durch Investitionen, Innovationen und sichere Beschäftigung“, erklärt Martina Bee, Mitglied der Geschäftsführung der IG Metall Bielefeld. 

Patrick Loos, Tarifsekretär der IG Metall Bezirksleitung NRW und Sebastian Reinz, Betriebsratsvorsitzender der Eisengießerei Baumgarte und Mitglied der Verhandlungskommission für NRW berichteten während der Kundgebung von den laufenden Verhandlungen und damit von den Versuchen der Arbeitgeberseite, billig davon zukommen. Von einem Angriff seitens der Arbeitgeber auf bestehende Tarifstandards sprach Patrick Loos. Denn die Arbeitgeber wollen nicht nur so gut wie nichts mehr zahlen, sie wollen noch mehr Differenzierungen einführen, die letztlich bedeuten würden, dass Beschäftigten in die Tasche gegriffen wird. Die Verhandlungen werden in der kommenden Woche in Düsseldorf fortgesetzt.

 

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