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In Europa einkaufen
Stärker regional Werte schöpfen

Die IG Metall Bielefeld fordert von der Bundesregierung, sich für feste europäische Quoten einzusetzen


Die IG Metall Bielefeld drängt auf verbindliche Regeln, damit öffentliche Investitionen künftig stärker in europäische und regionale Produktion fließen. Eine entsprechende Resolution hat die Delegiertenversammlung der IG Metall Bielefeld – das „Parlament der IG Metall vor Ort“ – Anfang März 2026 mit großer Mehrheit verabschiedet.

Im Kern fordert die IG Metall Bielefeld wie die IG Metall bundesweit auch klare europäische Vorgaben, damit öffentliche Ausschreibungen nicht länger allein vom niedrigsten Preis bestimmt werden. Stattdessen sollen europäische Wertschöpfung, faire Wettbewerbsbedingungen und stabile Lieferketten stärker gewichtet werden. „Wir sehen jeden Tag, wie globaler Preisdruck unsere Betriebe gefährdet“, sagt Oguz Önal, Mitglied der Geschäftsführung IG Metall Bielefeld. „Wenn wir weiter auf billig statt auf gut setzen, verlieren wir Know-how, industrielle Stärke und am Ende Arbeitsplätze. Das können und werden wir nicht hinnehmen.“

 Verbindliche Regeln gefordert

Die Resolution verlangt drei verbindliche Local Content-Regeln: erstens feste Quoten für die europäische Produktion, zweitens eine gesicherte europäische Nachfrage und drittens Vorgaben, dass sicherheitsrelevante Komponenten zwingend aus der Europäischen Union stammen müssen.

Aktuell wird in Brüssel über den Industrial Accelerator Act verhandelt – ein mögliches Instrument, um solche Regeln europaweit zu verankern. Die IG Metall Bielefeld fordert die Bundesregierung auf, sich klar dafür auszusprechen. „Für die Region geht es um weit mehr als Industriepolitik“, betont Martina Bee, Mitglied der Geschäftsführung der IG Metall Bielefeld. „Jeder Betrieb, jeder Arbeitsplatz, jede Kollegin und jeder Kollege ist für uns unverzichtbar. Ohne starke Wertschöpfung vor Ort verlieren wir Gestaltungsmacht – technisch, wirtschaftlich und sozial.“