Als der 99-jährige Gerhard Hackmann (siehe auch Foto oben) aufgerufen wurde, erhoben sich die Gäste in der Stadthalle von ihren Plätzen. Mit langanhaltendem Applaus würdigten die Anwesenden seine außergewöhnliche Verbundenheit zur Gewerkschaft: Seit 80 Jahren ist er Mitglied der IG Metall. Dieser bewegende Moment wurde zum Höhepunkt der Jubilarehrung der IG Metall Bielefeld.
Insgesamt ehrte die IG Metall Bielefeld in diesem Jahr 655 Jubilarinnen und Jubilare. Gemeinsam stehen sie für beeindruckende 28.245 Jahre Mitgliedschaft. Geehrt wurden Kolleginnen und Kollegen für 25, 40, 50, 60, 70, 75 und sogar 80 Jahre Gewerkschaftszugehörigkeit.
Wertschätzung und Dank
Die Jubilarehrung ist für die IG Metall ein besonderer Anlass, den langjährigen Mitgliedern Wertschätzung und Dank entgegenzubringen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Menschen hinter den Mitgliedsjahren: Kolleginnen und Kollegen, die über Jahrzehnte hinweg Solidarität gelebt und die Gewerkschaftsbewegung getragen haben. Die Geehrten stehen stellvertretend für Generationen von Beschäftigten, die dazu beigetragen haben, bessere Arbeitsbedingungen, faire Löhne, mehr Mitbestimmung und soziale Sicherheit zu erkämpfen.
Oguz Önal, Mitglied der Geschäftsführung er IG Metall Bielefeld, würdigte die langjährige Treue der Jubilarinnen und Jubilare und ihren Beitrag zur Gewerkschaftsbewegung. Gerade in Zeiten großer wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Veränderungen zeige sich, wie wichtig Zusammenhalt und Solidarität seien.
Mit Miriam Welz, Zweite Bürgermeisterin der Stadt Bielefeld, und Lisa Krätschmer vom DGB OWL richteten auch zwei Gäste persönliche Grußworte an die Geehrten. Miriam Welz erinnerte daran, dass viele Fortschritte in der Arbeitswelt nicht selbstverständlich entstanden seien: „Die Gewerkschaft und ihre Mitglieder haben wichtige Beiträge geleistet: Wenn wir heute darauf zurückblicken, wird deutlich: Fortschritt in der Arbeitswelt ist nicht einfach passiert – Menschen haben ihn gestaltet.“ Gleichzeitig unterstrich sie die Bedeutung von Solidarität für das gesellschaftliche Miteinander: „Wirtschaftliche Stärke und gesellschaftlicher Zusammenhalt gehören zusammen.“
Sicherheit fällt nicht vom Himmel
Auch Lisa Krätschmer vom DGB betonte die Rolle gewerkschaftlichen Engagements für soziale Fortschritte: „Gute Arbeit, faire Löhne und soziale Sicherheit fallen nicht vom Himmel. Sie sind das Ergebnis von Zusammenhalt und dem Mut vieler Menschen, sich gemeinsam für ihre Interessen einzusetzen.“
Besonders eindrucksvoll war der Blick auf die Lebens- und Gewerkschaftsgeschichten der Geehrten. Die ältesten von ihnen traten kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs der Gewerkschaft bei. Viele haben politische und wirtschaftliche Umbrüche erlebt, Strukturwandel begleitet und Generationen von Kolleginnen und Kollegen unterstützt. Ihre Mitgliedschaft steht für Kontinuität, Verlässlichkeit und die Überzeugung, dass Verbesserungen nur gemeinsam erreicht werden können.
Die Jubilarehrung machte einmal mehr deutlich: Die Geschichte der IG Metall ist die Geschichte ihrer Mitglieder. Die Geehrten haben mit ihrer jahrzehntelangen Treue dazu beigetragen, die Arbeitswelt positiv zu gestalten und Solidarität über Generationen hinweg lebendig zu halten. Dafür sagte die IG Metall Bielefeld herzlichen Dank.