AGA Wanderung

Außerbetrieblich
Willkommen im AGA!

Der AGA in Bielefeld packt sozialpolitische Themen an und bereitet Vergnügen durch gesellige Angebote. Ein Ort, bei dem es sich lohnt dabei zu sein, findet Ottmar Heger.


»Wir wollen noch politischer werden«, sagt Ottmar Heger und bezieht sich damit auf den AGA, eine Abkürzung, die für »außerbetriebliche Gewerkschaftsarbeit« steht. Im Januar wurde der ehemalige Betriebsratsvorsitzende von Gildemeister zum neuen Vorsitzenden des AGA-Kreises der IG Metall Bielefeld gewählt. Er ist gemeinsam mit seinen beiden Stellvertretern Petra Uecker und Jürgen Bäumer und dem Vorstand auf dem Weg, den AGA weiter zu öffnen. Bislang sind es zum großen Teil Rentner, die Veranstaltungen besuchen, aber offen ist der AGA auch für Kolleginnen und Kollegen aus den Betrieben. Einzige Voraussetzung für die Teilnahme an den Veranstaltungen ist eine vorherige Anmeldung.

Öffentlich wird der politische Anspruch durch die sechs Veranstaltungen, die über das Jahr verteilt im Freizeitzentrum in Stieghorst stattfinden. In diesem Jahr sprachen kompetente Referenten bereits über mögliche Veränderungen bei der Rente und über Künstliche Intelligenz. In den kommenden Monaten wird es um das immer teurere Wohnen, die Gefahren durch den Rechtsextremismus und die Reform der Krankenkassen gehen. 

Schon allein durch die Themen positioniert sich der AGA. Beispiel Rente: Die soll armutsfest sein. »Solche Forderungen sind auch für Berufstätige interessant, denn auf sie wirken sich Veränderungen bei der Rente ja später aus«, sagt Ottmar Heger. Der AGA sperrt sich gegen eine angehobene Regelaltersgrenze und fordert, dass alle rein sollen ins System, auch Beamte und Selbstständige. »Wir sind da wie bei anderen Themen auch für solidarische Lösungen, so fordern wir desweiteren eine Vollkaskoversicherung für Krankheit und Pflege«, fügt der 71-Jährige an.

Der AGA denkt ebenso an die Jugend. »Kinder und Jugendliche kommen in Deutschland zu kurz«, ist sich der gelernte Elektroingenieur, der bei Gildemeister Software für Maschinen entwickelte, sicher. Es müsse unbedingt gleiche Bildungschancen geben, die sich vertiefende soziale Ungleichheit verhindere diese aber. Über die IG Metall will der AGA seine Themen und Forderungen in die Öffentlichkeit bringen. »Wir wollen eine Lobby sein für eine gerechte Gesellschaft«.

Der 20-köpfige Vorstand gibt bei alledem die Richtung vor. »Da bin ich überhaupt nicht alleine. Nach den ersten Monaten als ehrenamtlicher Vorstand kann ich sagen: Es macht mir Spaß, bedeutet einiges an Arbeit und hat bereits jetzt meinen Horizont erweitert«, fasst er zusammen.

Gemeinsam etwas erleben

Zu den politischen Veranstaltungen gesellen sich sechsmal im Jahr Wanderungen. In diesem Jahr begaben sich die Wanderer auf Bergmanns Spuren zum Steinkohlebergbau in Kirchdornberg, danach geht es von Schilske nach Jürmke auf der ehemaligen Kleinbahntrasse. Es ist Thomas Gössling, der die Touren so plant, dass alle mitkommen können und die auch immer eine Einkehr in einer Gastronomie im Gepäck haben. Zum feierlichen Teil im Kalender gehören auch das Sommerfest und die Jahresabschlussfeier. Alljährlich findet eine Gedenkstättenfahrt statt, gemeinsam durchgeführt mit der IG Metall Jugend. In diesem Jahr geht es zur Gedenkstätte Hadamar, eine der Euthanasie-Tötungsstätten der nationalsozialistischen Herrschaft.

»Unser Programm ist vielfältig und soll möglichst viele Menschen erreichen. Wir bieten einen Ort des Engagements jenseits des Betriebs und sind Selbsthilfe, gelebte Solidarität, Begegnung und politische Aktivität in einem«, betont er, »wir wissen zugleich, wo wir herkommen. Wir unterstützen die Kämpfe der IG Metall«. Zu den Aktionen bei den Tarifrunden sind Aktive des AGA dabei. Und zum 1.Mai wollen sie mit einem eigenen Transparent zugegen sein. Was drauf stehen wird? »Das wissen wir selber noch nicht, wir überlegen das gemeinsam«, sagt Ottmar Heger.

⇒ Die Termine des AGA immer aktuell auf  unserer Termin-Seite im Netz. Bei der Teilnahme an den Veranstaltungen im Freizeitzentrum fallen 4,50 Euro für Kaffee und Kuchen an. Eine Anmeldung bei der Geschäftsstelle vorab wird erbeten.