1. Mai in Bielefeld Protest gegen Kürzungen

Über 5.000 Menschen nutzten in Bielefeld den 1. Mai, um gegen Kürzungen im Sozialen und Angriffen auf Beschäftigtenrechte zu protestieren.

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Der Druck für die Menschen wird größer: Das zeigten Demonstration und Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum 1. Mai in Bielefeld. An der Kundgebung mit buntem Fest im Ravensberger Park beteiligten sich geschätzt 5.500 Menschen, die meisten von ihnen nahmen vorab an der Demonstration teil, die in diesem Jahr einen Zwischenstopp auf dem Parkplatz der Lidl- und Kauflandfialen in der Teutoburger Straße hinlegte. Beide Discounter gehören zur Schwarz-Gruppe, beide sind tarifgebunden, aber beide wollen, wie üblich, die von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di geforderten Lohnerhöhungen im Handel nicht mitgehen.

Der 1. Mai 2026 stand beim DGB bundesweit unter dem Motto „Erst unsere Jobs, dann eure Profite“, beteiligt haben sich bundesweit über 350.000 Menschen an über 400 Veranstaltungen des Gewerkschaftsdachverbandes.

Die Hauptrede in Bielefeld hielt Frank Werneke, Bundesvorsitzender von ver.di. Er lehnt die von der Bundesregierung angekurbelten Reformen des Sozialstaats ab, die letztlich Kürzungen bedeuten. „Der Sozialstaat ist nicht die Ursache für die Krise, sondern die Antwort darauf“, betonte der 59-Jährige, der ganz in der Nähe, in Schloss Holte, aufgewachsen ist. „Wir erleben in diesen Wochen den traurigen Höhepunkt eines Generalangriffs auf den Sozialstaat“, sagte der im Ravensberger Park. Beschäftigte müssten um ihre Löhne und Arbeitszeiten bangen, Rentnerinnen und Rentner um ihre Altersbezüge, gesetzlich Versicherte um ihre Gesundheitsversorgung: „Teilen der Bundesregierung fällt gerade wenig mehr ein, als in Zeiten höchster Verunsicherung durch Inflation, Kriege, unberechenbare Autokraten und eine instabile Weltordnung auch noch im Inneren größtmögliche Verunsicherung zu erzeugen – wer politisch so agiert, hat seine Aufgabe nicht verstanden.“